Der Wald kämpft

Ein Spaziergang zu einer meiner Lieblingsecken. Zu dieser Jahreszeit sind die Farne riesig. Teilweise höher als ich. Das ist beeindruckend. Zumindest aus der an meiner Körpergröße gebundenen Perspektive. Die Sonne steht am maximal tiefsten Winkel. Das Licht kommt gerade noch so durch. Mein Senk Spreizfuß beschwert sich in festes Schuhwerk eingepackt zu sein. In einem Moment der schmerzgetriebenen Verzweiflung überlege ich ob ich meine Schuhe ausziehen soll. Keine gute Idee. Entschied ich als ich wieder zur Vernunft kam. Zu viele Brombeeren. Und andere Dinge, die ich nicht sehen kann. Nicht einmal meine Füße kann ich durch das Farn sehen.

So beeindruckend es hier gerade ist, so erschreckend ist es auch. Der Wald ist krank. Man kann es überall sehen. Er scheint im wahrsten Sinne um sein überleben zu kämpfen. Alles ist knochentrocken. Hängende zusammen gerollte Blätter die sich nach Wasser sehnen. Die vielen toten Bäume stellen eine reale Gefahr dar. Mehr als einmal sind bei einer Windböe dicke Äste direkt neben mir herabgestürzt. Die Bäume haben keine Kraft mehr. Ich muss mein Umfeld im Blick halten. Aufpassen nicht unter einem morschen Baum zu stehen. Das ist bei der Anzahl an kranken Bäumen nicht einfach.

Auch unsere Kastanie im Garten wirft ihre Blätter ab, als wenn sie sich im tiefsten Herbst befinden würde. Vermutlich um Energie zu sparen. Das tun wir auch. Haben wir eine Wahl?

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