Die beste Kamera ist die die man dabei hat

Die beste Kamera ist die, die man dabei hat

Der Gedanke zum Kauf einer neuen Kamera geisterte schon seit langem in meinem Kopf herum. Doch der Preis für das was ich mir so vorstellte, hielt mich noch von einem Kauf ab. Dann nach der Geburt unseres Sohnemanns, habe ich eines meiner Motorräder verkauft. Von dem neu erlangtem Reichtum wurde gleich ein Teil wieder re-investiert und ich habe mir vor 2 Monaten dann eine neue Kamera geleistet. Die Geburt des Sohnes war ein treffender Grund für die neue Anschaffung. Meine Frau war weniger begeistert, als sie die Rechnung der Kamera sah.

Vor der Anschaffung habe ich meine Augen über ein halbes Jahr hinweg regelrecht blutig recherchiert. Alles um die für mich beste Entscheidung zu treffen und die nötigen  Kompromisse abzuwiegen. Gerade als ambitionierter Laie mit fundiertem Halbwissen habe ich das Gefühl, dass ich mich umso verrückter mache, je mehr ich mich mit einem Thema beschäftige. Da sollte ja auch eine Menge meines Geldes über die Ladentheke gehen. Beim Kauf und auch nach dem Kauf. Ganz besonders nach dem Kauf. – An dieser Stelle: Support your local Dealer!

Ich habe bisher mit meiner guten alten Canon G11 fotografiert, sowie mit meinem iPhone, die Qualität wird bei Handy´s einfach immer besser. Beide beherrschen .RAW, mein präferiertes Format. Irgendwie wollte ich aber mehr.  Mehr Ausdruck, mehr Einfluss auf die Tiefenschärfe , etc.. . Die Canon G11 ist eine tolle Kamera, aber eine Bridge und damit was die Wahl der Objektive angeht limitiert, nämlich keines. Bestenfalls kann ich ein Filter auf einem Tube nutzen.

Mein Kreatives Ich war fest der Meinung, dass wenn ich doch nur eine bessere Kamera hätte, an der ich dann auch passend zum Motiv eine Auswahl an Objektiven vorfand, dann würde alles besser. Meine Fotos wären bestimmt von Meisterklasse. Den Umstand ignorierend, das ich gerade mal halbwegs die Dreiecksbeziehung zur Iso, Blende und Verschlusszeit verstanden habe. Also ich bin noch weit davon entfernt, die richtige Wahl der Einstellungen, für die richtige Szene, auf Abruf parat zu haben. Ohne Experimentieren geht bei mir nichts. Das macht zwar den Reiz aus, kann aber zu Zeiten auch frustrierend sein, besonders wenn man nur einen Versuch hat etwas einzufangen.

Es sollte also eine neue Kamera her. In die engere Auswahl war ein Model von Panasonic Lumix. Denn eine Systemkamera sollte es werden. Von dieser schwärmte schon ein guter Bekannter, er selber von Berufs-wegen Fotograf. Da ich wenig Abstriche machen wollte, was die neuen Technologien angeht, wie schneller Autofokus, eine Kamera mit Schwerpunkt auf Fotografie und nicht Video, Verbindung zu mobile Devices durch WLan oder Bluetooth, voll schwenkbares Display, Wetterfest, qualitatives Gehäuse, etc.. sollte es ein aktuelles Model sein. Ich glaube was die Qualität der Fotos selber angeht, tun sich die Kameras in ihren Preissegmenten nicht mehr viel. Ich möchte ja schöne Fotos machen und nicht Laborwerte messen. Meine Entscheidung stand eigentlich schon fest. Bis dann die Sony A7III neu auf den Markt kam. Eine Vollformat Systemkamera zu einem „erschwinglichen“ Preis.  Nicht nennenswert teurer als die Lumix G9. Ich war wieder am Anfang meiner Entscheidungsfindung.

Die Sony A7III schien in allen Aspekten die bessere Kamera zu sein. – Alleine schon das es eine Vollformat Systemkamera war, hatte mich fast überzeugt. Aber ich recherchierte eifrig weiter. Lag alles auf die Waagschale. Ich wollte mir als Laie sicher sein, die richtige Entscheidung zu treffen.

Beider Systeme spielten in der Semi-Profi Liga mit. Der Vollformat Sensor der Sony A3III hat eine größere Lichtausbeute, im Gegensatz zum um die hälfte kleineren Sensor des Micro Four Third Sensor der Lumix G9. Aber das kann ja noch nicht alles sein. Also was war noch zu berücksichtigen? Auf YouTube Reviews waren Verfechter beider Systeme, die jeder für sich anpriesen, dass ihr System das bessere ist.

Lange Rede kurzer Sinn, ausschlaggebend waren am Ende Faktoren wie Bedienbarkeit, After-Market Kosten, Wetterfestigkeit, schwenkbares Display, Objektiv Auswahl und Gewicht. Mit allem konnte die Lumix G9 gegenüber der Sony A7III Punkten. Zumindest auf meiner Waagschale war der bessere Sensor der A7III dann nicht gewichtig genug, um mich für die Sony Kamera zu entscheiden. Wobei der Autofokus beider Systeme einer der schnellsten auf dem Markt ist. Objektive sind „noch“ rar und doppelt so schwer und teuer. Vielleicht übertreibe ich ein wenig. Verzeiht mir. Aber die Essence dürfte doch korrekt sein. Ironischer Weise kommt der M4T Sensor wohl von Sony.

Panasonic Lumix G9

Jetzt wo ich die Lumix G9 in meinem Besitz habe,  bin ich mehr als zufrieden, doch wenn ich dann mal wieder mit hohen ISO Werten jenseits der 6400 in gut beleuchteten Innenräumen oder im Wald zu kämpfen habe, frage ich mich manchmal, wie wäre es mit der Sony gewesen? Ich stelle mir dabei immer wieder die Frage, wie kriegen andere Fotografen so scharfe Action Fotos hin, mit ISO 100 und einer 1000er Verschlusszeit ohne notorisch unterbelichtet zu sein?

Zu meinem Leica 12-60 Objektiv habe ich mir ein Leica 100-400 Objektiv für 1300€ (1700€ u.v.b) dazu gekauft. Da war ich dann wieder glücklich über Preis und Gewicht. Umgerechnet in Kleinbild (Vollformat) ist dies ein super 200-800 Tele Objektiv, welches für die Sony eher so um die 3000€ gekostet hätte, dabei doppelt so schwer und groß.

Habe ich also die richtige Entscheidung getroffen? Mittlerweile schiele ich auch schon wieder auf eine DSLR von Canon oder Nikon. Second Hand natürlich. Als 2. oder 3. Kamera? Aber bei allen den feuchten Kamera Träumen, kann ich damit wirklich bessere Fotos machen? Ich habe das Gefühl, das ich bei den kreativen Möglichkeiten mit der Lumix G9 schon immens mehr Spielraum gewonnen haben. Die werde ich noch lange nicht ausgereizt haben. Am Ende ist es doch immer die Person, die hinter der Kamera steht mit einem guten Auge für das Motiv, anstelle einer superlativen Technik, die man nicht zu bedienen weiss.

Ich bin weiß Gott nicht mehr als ein ambitionierter Hobby Fotograf mit einem souveränen Auftreten und Null Ahnung. Natürlich freue ich mich über Bestätigung. Das tut gut und schmeichelt mir, wenn andere Personen meine Fotos gut finden. Mit meiner alten Canon G11 habe ich es als Foto des Monats im Viva Le Mopet Magazin, inkl. Foto für den Stand auf der Intermot Motorrad Messe geschafft und mit einem iPhone X Handy im Heise c`t Fotografie Foto-Club, als Foto der Woche. Beides war ziemlich überraschend für mich. Das zeigt aber, es Bedarf keiner super Ausrüstung für gute Fotos. Mit der Lumix G9 habe ich noch keinen überzeugen können. Aber die ist ja auch noch neu.

Ich bin der Meinung, dass es nicht das Equipment ist, welches man verwendet, sondern es kommt auf den Mensch an, der da hinter steht und das Beste daraus macht, mit dem was er zur Verfügung hat. Das macht kreativ.

Ich werde meine alte Canon G11, genauso wie mein Handy weiter als legitime Kameras verwenden, meine Motive einzufangen. Jede Kamera hat ihren eigenen Charakter. Am Ende ist die Kamera die man dabei hat, ohnehin die Beste Kamera.

 

 

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