Villa Oppenheim

Das Herrenhaus Villa Oppenheim, auch Gut Haus Fühlingen, ist eine Spuk und Schauergeschichten umwobende alte Ruine am Rand von Köln am Fühlinger See, an der Neusser Landstraße 5A.

Die Kulisse des alten Gutshaus hat mich seit je her in ihren Bann gezogen. Nachdem ich nun unzählige male daran vorbei gefahren bin, habe ich mich heute einfach dazu entschlossen, der Villa einen Besuch zu erstatten. Natürlich mit meiner Kamera im Gepäck.

Vielleicht ein bisschen zur Geschichte der alten Ruine:

Ca. um 1884 kaufte der Kölner Bankier Eduard Freiherr von Oppenheim 186 Morgen Land in der Fühlinger Heide und baute das zweieinhalb Geschossige Gutshaus Fühlingen, eine Pferderennbahn und ein Gestüt.

Das Anwesen wurde jedoch bereits im Jahre 1907 wieder verkauft. 

Die Rennbahn wurde von dem nachfolgenden Besitzer abgeholzt und teilweise ausgebaggert. 

Unter den Nazis diente das Haus um 1943 als Schlaflager für Zwangsarbeiter. Hier wird erzählt, das einer der Zwangsarbeiter, der Pole Edward M. sich in einer heimlichen Liebschaft zur minderjährigen Tochter des Gutsbesitzer befand. Edward wurde vom Vater angeblich in der Nähe des Hauses in einer Ziegelei erhängt. Man erzählt das Edwards Geist bis heute auf dem Anwesen spuke, auf der Suche nach seiner Geliebten. 

Seit 1962 lebte der ehemalige NZ-Richter Gerhard van K. mit seiner Frau Alice in dem Gutshaus welches er an die Stadt Köln verkauft, nicht bevor er sich ein lebenslanges Wohnrecht ausgehandelt hatte. Gerhard van K erhängt sich noch in der Silvesternacht im 2. Stock. Seine Witwe Alice van K. lebte noch bis 2000 in dem Haus bis sie eines natürlichen Todes in einem Altersheim starb.

1963 kaufte dann die Stadt Köln das Gelände und 1967 wurde der hintere Seitenflügel und die Reithalle abgerissen, vermutlich sind diese den Bebauungsplänen von Chorweiler zum Opfer gefallen.

Seit 2000 steht das Haus leer und verfällt zunehmend. Vandalismus und selbsternannte Satanisten tun ihr bestes um dem Haus seine gruslelige Aura zu geben, seither ist es als „Geisterhaus“ bekannt. 

2007 soll man einen leblosen Körper im Gebäude gefunden haben, der sich angeblich ebenfalls erhängt hatte, wie der Vorbesitzer. 

Hinter dem Gutshaus befindet oder befand sich ein Grabstein mit der Aufschrift: „Heinrich Gorz – Lehrer. Geboren: 16.06.1900, gestorben: 07.10.1953“ Dieser Grabstein ist bis heute ein Rätsel. 

Versteckte Gestalten

Als ich am Gutshaus ankam, fand ich überall Zäune, Verbotsschilder „Eltern haften für Ihre Kinder“ und ein Schild eines Vermeintlichen Bauherren vor. Aber es sah nicht so aus, als wenn in den letzten Jahren irgend etwas an baulichen Maßnahmen hier statt gefunden hätten.

Ich fand etwas seitlich ein Loch im Zaun durch das ich hindurchklettern konnte. Auf dem Gelände angekommen kam mir ein aggressives Brüllen entgegen und ich sah wie sich ein paar Erwachsene Gestalten ins Gebüsch flüchteten.

Villa Oppenheim – Spukhaus

Etwas mulmig war mir dann schon beim Versuch meine Fotos zu schießen. Ich hörte im Hintergrund ständig das knacken und rascheln im Unterholz, wohl von den Gestalten die sich vor mir am verstecken waren, Offensichtlich schienen die Personen aber mehr Angst vor mir, als ich vor Ihnen zu haben. Ich führte das auf mein glatzköpfiges, tätowiertes Erscheinungsbild zurück, dessen Vorurteil mir gerade recht kam. Trotzdem ließ mich das Gefühl nicht los, gleich eine über den Schädel gezogen zu bekommen, während ich abgelenkt durch meinen Kamerasucher schaue.

Villa Oppenheim

Den versteckenden Gestalten war es dann letztendlich auch geschuldet, weshalb ich mich nicht weiter ins Innere der Villa begab. Ein Loch in der Wand, zwischen den ansonsten zugemauerten Türen und vergitterten Fenstern hatte ich schon ausgemacht. Jedoch alleine unterwegs wollte ich es bei den Umständen dann doch lieber nicht angehen. 

Aber draußen gab es ja auch noch genug zu erkunden.

Villa Oppenheim

Ich hatte zuerst mein Leica 100-400 Objektiv im Einsatz, merkte aber schnell, dass der Tele wohl ein bisschen zu ambitioniert war. Also wechselte ich im Verlauf auf mein Leica 12-60 Objektiv, um mit mehr Weitwinkel mehr von dem Motiv einfangen zu können.

Wenn ich noch einmal dort hin fahren sollte, werde ich mir eine Begleitung suchen, um vielleicht auch mal das innere der alten Villa zu erkunden. Bis dahin habe ich aber nun meine ersten Eindrücke der Villa Oppenheim aus erster Hand vor-Ort sammeln können.

Nach so vielen Jahren daran vorbei gefahren zu sein, war ich endlich beim Geisterhaus von Köln.

Wart ihr auch schon mal dort? Was waren eure Erlebnisse und Eindrücke? 

Motorrad Fahrer, Hobby Fotograf, Gamer, Nerd, Prepper, Bassist, Ehemann und Vater.
Mit einem Sinclair ZX81 hat alles angefangen.

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